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Internationaler Frauentag 2019 – Haben Frauen die gleichen Chancen auf dem Kölner Arbeitsmarkt wie Männer?

Die Zahlen der Arbeitslosigkeit sinken weiterhin in Köln und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erreicht neue Höchststände. Die Suche von Unternehmen nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist ungebrochen. Fachkräfte zu finden wird für sie immer schwieriger. Aber profitieren Frauen und Männer gleichermaßen von der starken Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt?

Die Beschäftigung der Frauen stieg prozentual sogar stärker als die der Männer. Im Juni 2018 waren 262.697 Frauen in Köln beschäftigt, damit waren 46,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten Frauen. Das ist ein Plus von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, die Männer konnten nur 2,7 Prozent zulegen.

Die Arbeitslosigkeit bei den Frauen in Köln reduzierte sich ebenfalls in stärkerem Maße als die der Männer. Die Arbeitslosenquote der Frauen lag mit 7,4 Prozent deutlich niedriger, als die der Männer mit 8,3 Prozent. Frauen profitieren in Köln offensichtlich vom starken Dienstleistungssektor in der Rheinmetropole.

„Die Zahlen sprechen von einer sehr erfreulichen Entwicklung für Köln. Schaut man sich die Beschäftigungszahlen – vor allem die Art der Beschäftigung – genauer an, fallen aber besonders hier noch Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf. Danach scheinen Teilzeitarbeit und Minijobs eine Frauendomäne zu sein: ca. 70 Prozent arbeiten in Teilzeit und rund 60 Prozent arbeiten ausschließlich in geringfügigen Minijobs“, so Agnes Metz, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Köln.

Die Familiensituation beeinflusst in vielen Fällen den beruflichen Lebenslauf und die Karriere-Chancen von Frauen. „Vor allem Mütter arbeiten nicht so viele Arbeitsstunden im Job, wie Frauen ohne Kinder oder Männer. Zumeist sind sie es, die für die Kindererziehung oder für die Pflege von Angehörigen verantwortlich sind, so dass ein Teil ihrer „Arbeitszeit“ für die Familie genutzt wird. Um dieses strukturelle Ungleichgewicht aufzuheben, müssen die Rahmenbedingungen auch weiterhin verbessert werden“, erklärt Meryem Demirtas, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenter Köln.

Dazu gehört das Aufbrechen von Rollenklischees genauso wie eine feste Verankerung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei den Unternehmen und Flexibilität bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes.

Dass Bildung auch für Frauen der Schlüssel für gute Arbeitsmarktchancen ist, zeigt sich zum Beispiel in der Branche Forschung und Entwicklung. Der Frauenanteil ist hier um ganze 53 Prozent seit dem Jahr 2014 gestiegen. „Wir sehen immer mehr, dass Frauen naturwissenschaftliche Studiengänge besuchen und das macht sich dann zum Glück auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar“, erläutert Agnes Metz.

„Es geht voran bei der Chancengleichheit, wenn auch in kleinen Schritten“, fasst Meryem Demirtas zusammen. „Die Frauen müssen es vor allem selbst in die Hand nehmen. Für alle lohnt es sich, Zeit in die eigene Qualifikation zu investieren.“

Die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt informieren rund um die Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie über die Angebote der Agentur für Arbeit und des Jobcenter Köln zum beruflichen (Wieder-)Einstieg.

Bei der Veranstaltung zum Internationalen Frauentag im historischen Rathaus zu Köln am Freitag, den 08.03.2019, bieten Frau Metz und Frau Demirtas ihre Beratung von 15 bis 18 Uhr persönlich an.